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E-BAs2

Ziel

Digitale Anwendungen unterstützen die deutsche Landwirtschaft in einer Vielzahl von Bereichen, bspw. bei einem effizienten und zielgerichteten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Sinne des Integrierten Pflanzenschutzes. Hierbei kommt dem Einsatz von Entscheidungshilfesystemen (EHS) eine große Bedeutung zu. Im Rahmen des Verbundprojektes „Elektronischer Beratungsassistent: Entwicklung und Implementierung eines Managementsystems für die Getreideproduktion (E-BAs)“ wurde bereits eine mobile Anwendung für Android-Geräte zur umfassenden Planung der Bestandesführung im Winterweizenanbau entwickelt. Die App nimmt eine logische Verknüpfung mehrerer EHS auf Basis des aktuell prognostizierten BBCH-Stadiums des Winterweizens vor. Sie beinhaltet damit eine “biologische Uhr“ und stellt dem Nutzer zeitlich relevante, schlagspezifische Prognoseergebnisse zur Verfügung. Das Projekt „E-BAs2“ greift dieses Konzept auf und optimiert das System für den Einsatz in der landwirtschaftlichen Praxis. Dazu wird zunächst eine Anpassung des Konzepts an weitere Agrarkulturen vorgenommen und das EHS-Angebot erweitert. Zukünftig wird der E-BAs2 alle unter isip.de verfügbaren EHS für die vier Haupt-Getreidearten (Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale) mobil anbieten können und als Instrument für den gezielten Wissenstransfer in die Praxis dienen.

Ergebnisse

Das entwickelte Konzept sieht eine gleichwertige Darstellung von individuellen und tagesaktuellen Prognoseergebnissen sowie aktuellen Beratungshinweisen und Befallserhebungen der Offizialberatung vor. Auf Basis flächendeckend vorliegender Wetterdaten und schlagbezogenen Nutzereingaben werden tagesaktuelle Prognoseergebnisse erzeugt. Die sich daraus ableitenden schlagspezifischen Handlungsempfehlungen, die angezeigten Monitoringstandorte sowie Beratungshinweise werden dabei auf das individuelle Bewirtschaftungsgebiet des jeweiligen Nutzers zugeschnitten. Die Ergebnisse und Informationen sind in maximal drei Ebenen untergliedert (Betriebsübersicht – Schlagübersicht – Detailergebnis) und können sowohl in einer Kartenansicht als auch im Tabellenformat angezeigt werden.

Der Import von Schlagdaten erfolgt zunächst manuell. Ein automatisierter Import aus bereits bestehenden Schlagverwaltungssystemen sowie eine Datenübertragung innerhalb des Systems zum Ende des Projekts sind geplant. Grundsätzlich müssen Schlagdaten nur einmal vollständig eingegeben werden, um alle verfügbaren EHS zu bedienen. Liegen die für die Prognose notwendigen Schlagdaten nur unvollständig vor, wird der Nutzer darüber benachrichtigt (sog. push notification, https://en.wikipedia.org/wiki/Push_technology). Der Zeitpunkt der Benachrichtigung richtet sich nach dem für den Schaderreger relevanten BBCH-Zeitraum und orientiert sich an der schlaggenauen Prognose der Bestandesentwicklung. Optionen zur Individualisierbarkeit der Benachrichtigungsfunktionen runden das Konzept ab und ermöglichen dem Nutzer eine Personalisierung im Sinne des jeweiligen Betriebs.

Verwertung

Nach Abschluss des Projekts wird der E-BAs als App für die Betriebssysteme Android und iOS zur Verfügung stehen.

Das Projekt wird in wissenschaftlichen und praxisnahen Zeitschriften veröffentlicht sowie bei Fachveranstaltungen vorgestellt und beworben. Dies steigert die wissenschaftliche Reputation der ZEPP und erhöht die Reichweite des ISIP-Angebots, wodurch die Integration der EHS in die landwirtschaftliche Praxis gefördert wird.

Die Anwendung kann zudem als Teil-App in andere Anwendungen integriert werden.

Die hier im Projekt zusammengeschlossenen Einrichtungen sind als kompetente Partner für weitere Kooperationen, auch im europäischen Raum, interessant und haben somit bessere Chancen für Anschlussaufträge.