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Fachsektionen

DigiLand

Ziel

Digitale Technologien können einen wichtigen Beitrag liefern, die gesellschaftlichen und politischen Anforderungen an die Landwirtschaft der Zukunft zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund werden viele Forschungsprojekte angestoßen, um künftig die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können, negative Umweltauswirkungen der Landwirtschaft zu verringern, Tierwohl zu erhöhen und die Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe zu verbessern. Um dabei Synergien zu fördern ist es wichtig, die Projekte zu vernetzen und den Wissenstransfer zwischen ihnen zu fördern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Schwerpunkte künftige Förderinitiativen setzen sollten und wo Rahmenbedingungen ggf. angepasst werden müssen, um die Potenziale der Digitalisierung bestmöglich auszuschöpfen und dabei Nachteile und Risiken zu minimieren.

Ziel des Projekts DigiLand ist es, Antworten hierauf zu liefern. Dabei kommt ein iterativer Prozess mit Forschenden, Landwirten und Experten aus der Wirtschaft zum Einsatz. Zunächst werden wesentliche Entwicklungen identifiziert. Eine anschließende Technologiefolgenabschätzung lässt sozioökonomische Auswirkungen erkennen, auf deren Basis Politikempfehlungen formuliert werden. Workshops als Teil des Prozesses dienen darüber hinaus auch dazu, die Beteiligten zu vernetzen und Synergien zu fördern.

Ergebnisse

Eine Datenbank mit BMEL-Digitalisierungs-Förderprojekten wurde erstellt und ein Klassifizierungssystem entwickelt, nach dem diese sortiert und gefiltert werden können. Die Datenbank wird kontinuierlich gepflegt und aktualisiert, auch mit Projekten anderer Ministerien. Die Projekte der „Richtlinie über die Förderung von Innovationen in der Agrartechnik zur Steigerung der Ressourceneffizienz (Big Data in der Landwirtschaft)“ des BMEL wurden hinsichtlich der entwickelten Technologien ausgewertet und Experteninterviews mit Projektnehmern durchgeführt. Basierend darauf sowie auf Recherchen über Entwicklungen in der Wirtschaftspraxis wurden fünf wesentliche Entwicklungsbereiche, in denen Digitalisierung Nutzen für Landwirte, Unternehmen und Gesellschaft generiert, identifiziert:

  • Arbeitserledigung (zunehmende Automatisierung bis hin zur Autonomie, Koordination von Akteuren)
  • Präzision (kleinere Managementeinheiten bis hin zur Einzelpflanze/Einzeltier)
  • Entscheidungsfindung (datengetriebene Entscheidungen, besseres Verständnis von Wirkzusammenhängen, bessere Prognosen)
  • Wertschöpfungskettenübergreifender Nutzen (Dokumentation, Rückverfolgbarkeit, Nachweis und Entlohnung besonderer Produktionsweisen u.dgl.)
  • Enabler für Neue Inputs und Outputs (z.B. durch neue Züchtungstechnologien)

In bislang zwei Workshops wurden mit Forschenden und Experten aus der Wirtschaft anhand von Szenarien mögliche Entwicklungspfade, Chancen, Herausforderungen und Forschungsbedarfe ermittelt. Die Ergebnisse sind Grundlage der begonnenen Technologiefolgenabschätzung, bei der der Einsatz dieser Technologien modelliert und ökonomisch bewertet wird.

Verwertung

Die gewonnen Erkenntnisse werden in die Förderlandschaft des BMEL zurückgespiegelt. Durch die Technologiefolgenabschätzungen können entsprechender Forschungsbedarf und Regelungslücken erkannt und kommuniziert werden.

Die in der Entwicklung befindliche Website dient als Hub zur Vernetzung und Orientierung über die Forschungsaktivitäten im Bereich Digitalisierung in der Landwirtschaft über die Förderstruktur des BMEL hinaus und als Plattform für neue (Förder-)Bekanntmachungen.

Als ein Teilaspekt der Vernetzung und des Transfers finden die Ergebnisse Eingang in eine VDI-Richtlinie und eine VDI-Expertenempfehlung. In einem eintägigen VDI-Expertenforum werden insbesondere die Zwischenergebnisse aus dem Richtlinienprojekt vorgestellt und diskutiert. Der VDI-Fachbeirat Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik begleitet das Teilprojekt.

Die Ergebnisse des Projekts werden außerdem in Publikationen über die entsprechenden Kanäle veröffentlicht.