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Hyg-MobiLe

Hyg-MobiLe

Mobilstallhaltung von Legehennen: Innovationen zur Umsetzung eines gesetzeskonformen Hygienemanagements in der Praxis

Projektkoordinator

Prof. Dr. Nicole Kemper
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie (ITTN), Hannover
nicole.kemper@tiho-hannover.de

Verbundpartner

Hochschule Osnabrück, Fachgebiet für Tierhaltung und Produkte, Schwerpunkt angewandte Geflügelwissenschaften (StanGe)
Stallbau Weiland GmbH & Co KG

Projektbeschreibung in FISA

Zum Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung (FISA)

Ziel

Der Einsatz von Mobilställen in der Legehennenhaltung stellt eine tier- und umweltgerechte Alternative zu herkömmlichen, stationären Stallsystemen dar und erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit. Allerdings bestehen bei dieser Haltungsform derzeit noch einige Unsicherheiten bei der Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen. Zusätzlich fehlen in der Praxis Handlungsempfehlungen in Bezug auf die vorbeugende Absicherung der Mobilställe gegen einen Erregereintrag sowie auf die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen im konkreten und akuten Tierseuchenfall.

Ziel dieses Projektes ist es, ein Hygienekonzept bestehend aus einem modifizierten Mobilstall, beziehungsweise Elementen zur Nachrüstung von bereits vorhandenen Ställen, und einem Managementpaket mit Fokus auf allgemeinen und speziellen Hygienemaßnahmen zu entwickeln. Hierzu erfolgen an den zwei Versuchsstandorten der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und der Hochschule Osnabrück Erhebungen zur Tiergesundheit, zum Tierverhalten, zur Tier- und Umwelthygiene sowie der Praktikabilität im Arbeitseinsatz. Weiterhin werden bei einer simulierten Aufstallung, wie sie im Falle eines Ausbruchs der Geflügelpest amtlich angeordnet werden kann, Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Tierwohls während der Aufstallung evaluiert. Bereits während des Projektes wird das Konzept bewertet und weiterentwickelt, um ein nachhaltiges, gesetzeskonformes Hygienemanagement unter besonderer Berücksichtigung des Tier- und Umweltschutzes, der Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit zu erarbeiten und in der Praxis zu etablieren.

Ergebnisse

Zur Erfassung praxisrelevanter, bestehender Defizite im Umgang mit der Aufstallungspflicht wurden Fragebogenbasierte Erhebungen mit Mobilstall-Betreibern (n=20) in einem ersten Arbeitspaket durchgeführt und ausgewertet. Diese Auswertung wurde unterstützend zur Erstellung der Anforderungslisten an einen Mobilstall-Prototyp mit Hygieneschleuse sowie an Nachrüstmodule herangezogen und bestätigte den Bedarf an Managementempfehlungen im Seuchengeschehen. Die Produktion des im Projekt eingesetzten modifizierten Mobilstalls sowie der Elemente zur Nachrüstung wurde zum Jahreswechsel 2019/20 abgeschlossen. Eine Anpassung der Systeme wird kontinuierlich im Projekt gewährleistet, um auf Erkenntnisse im Projekt reagieren zu können. 

Die Erhebungen zu Tiergesundheit und -verhalten sowie zur Tier- und Umwelthygiene haben im Frühjahr 2020 begonnen und werden im jahreszeitlichen Verlauf über zwei aufeinanderfolgende Legehennendurchgänge ausgewertet.

Verwertung

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung und der steigenden Nachfrage mobiler Haltungssysteme wird erwartet, dass die Ergebnisse des Projektes unmittelbar als Empfehlung für die Praxis von Bedeutung sein werden. Stallbau Weiland wird die Ergebnisse in Produktverbesserungen im Sinne der Tiergesundheit und des Tierwohls berücksichtigen und in die laufenden Beratungen für Kunden aufnehmen. Zudem sind Impulse für weitere Anbieter von Mobilställen zu erwarten. Ferner fließen die Ergebnisse des Projekts in Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der Projektpartner ein und werden zudem einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Es ist geplant, die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse in Fachjournalen sowie in Form von Fachbeiträgen auf nationalen und internationalen Tagungen zu veröffentlichen.