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KlimaBioHum

Ziel

Das Gesamtziel des Vorhabens besteht in der Entwicklung einer Pilot-Version für eine Klimaschutz-Gütesicherung bei der Herstellung von Bioabfallprodukten nach Kreislaufwirtschafts- und Düngerecht. Damit wird eine Vorlage geschaffen, die durch die Bioabfallwirtschaft als Maßnahme einer freiwilligen Selbstregulierung der Wirtschaft genutzt werden kann. Zu diesem Zweck sollen auf dem Lebensweg von Bioabfall ab der Anlieferung bei den Kompostierungs- und Vergärungsanlagen bis zur Abgabe der Bioabfallprodukte an landwirtschaftliche Betriebe klimarelevante Wirkungen (CO2-Fussabdruck) bewertet werden. Es werden Emissionsmessungen an ausgewählten Bioabfallbehandlungsanlagen in Deutschland vorgenommen.

Dabei wird vom Nachweis der folgend genannten Detailzielstellungen ausgegangen:

  • Bioabfallkomposte und -gärprodukte (aus Biogut und Grüngut) sind im Vergleich zu anderen organischen Düngern besonders schwer abbaubar.
  • Die hygienisierende und stabilisierende Behandlung von Bioabfällen erfolgt
    • verlustarm (insbesondere bei Corg und Nges)
    • bei geringem Verbrauch an CO2-Äquivalenten und
    • THG-emissionslimitiert.
  • Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten können in einer Pilot-Version für eine Klimaschutz-Gütesicherung der Bioabfallbehandlung zusammengefasst werden.

Ergebnisse

Am 05. Febrauar 2019 fand im Umweltbundesamt ein Workshop zum Thema "Klimaschutz in der Bioabfallverwertung" statt. Teilnehmer waren Betreiber von Bioabfallverwertungsanlagen sowie behördliche und wissenschaftliche Branchenvertreter. Der Workshop richtete sich vorrangig an klimabewusste Vertreter von Bioabfallbehandlungsanlagen und zielte auf die Sensibilisierung der Branche für den Klimaschutz während des Herstellungsprozesses von organischen Düngern und Bodenverbesserungsmitteln. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen informierten über den aktuellen Kenntnisstand der Entstehung und Bewertung von Treibhausgas-Emissionen und dem Verbrauch von CO2-Äquivalenten während der Rotte- und Gärungsprozesse und klärten über Entwicklungspotenziale auf. Es wurde ein Aufruf zur Projektunterstützung an die Bioabfallanlagenbetreiber erarbeitet.

Das Untersuchungsprogramm in den Bioabfallbehandlungsanlagen der Praxispartner für 2020 ist erarbeitet und mit den Partnern abgestimmt worden. Im Vorhaben wurden insgesamt 3 Messkampagnen für die Emissionsmessungen an den Anlagen geplant:

  1. Messkampagne (2019): 13 Anlagen (davon 11 bisher emissionsseitig bemessen)
  2. Messkampagne (2020): Anlagenauswahl mit Parametervariation (Sommermessphase), zzgl. zwei Anlagen aus der 1. Messphase, die in 2019 noch nicht bemessen werden konnten
  3. Messkampagne (2021): Anlagenauswahl mit Parametervariation (Wintermessphase)

Die Betriebsweise der Bioabfallbehandlungsprozesse in Verbindung mit den klimarelevanten Emissionen werden an den ausgewählten Anlagen für Parameter untersucht, von denen erwartet wird, dass sie die Emissionssituation der Mieten wesentlich beeinflussen können:

  • Häufigkeit der Umsetzung der Miete
  • Schüttdichte
  • Belüftung der Miete
  • Mietengeometrie (Dreieck-, Tafelmiete)
  • Unterschiedliche Abdeckung der Miete (mit und ohne Abdeckung).

Verwertung

Die Übernahme der Innovation in die Praxis wird auf freiwilliger Basis möglich sein.

Die Ergebnisse des Verbundvorhabens dienen der Optimierung des Anlagenbetriebes von Bioabfallbehandlungsanlagen durch Aufzeigen wesentlicher Emissionsquellen und Optimierungsmaßnahmen, die auch eine wirtschaftliche Optimierung der Anlagen ermöglichen. Im Ergebnis wird ein Vorschlag für die Gütesicherung bei der Behandlung von Bioabfällen in Abstimmung mit den Projektpartnern und dem Projektbeirat auf der Basis der Emissionsmessungen und THG-Bilanzen mit dem Ziel entwickelt, den Klimaschutz bei der Bioabfallbehandlung nach Umsetzung der Maßnahmen in der Praxis deutlich zu stärken. Die Erkenntnisse dienen zudem als Basis für die zukünftige Planung und Strategieentwicklung bei der Abfallbehandlung für politische Entscheidungsträger.