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Grünlandschutz durch ein innovatives Bio-Weiderindkonzept

Projektkoordinator

Prof. Dr. Enno Bahrs
Universität Hohenheim, Stuttgart
bahrs@uni-hohenheim.de

Verbundpartner

Landwirtschaftliches Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW)
Georg-August-Universität Göttingen
EDEKA Südwest Fleisch GmbH

Projektbeschreibung in FISA

Zum Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung (FISA)

Ziel

Durch die Weiterentwicklung und weitere Inwertsetzung einer vorhandenen, aber nicht ausreichend entwickelten Wertschöpfungskette (WSK) "Bio-Weiderindfleisch der Region Südschwarzwald", soll Extensivgrünland in der Bewirtschaftung gehalten und dabei die Anforderungsprofile der Rindfleischproduktion sowie des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes bestmöglich miteinander vereinbart werden. Als Teilziel wurde eine Leitfadenentwicklung für die erfolgreiche Etablierung von Bio-Weiderindfleisch formuliert, die mit Kostenrechnungsmethoden, Handlungsbarriereforschung bei Einzelhändlern sowie Akzeptanz- und Zahlungsbereitschaftsanalysen bei Verbrauchern flankiert werden, mit denen die vertikale Integration innerhalb der Wertschöpfungskette und der Absatz gefördert werden sollen. Weiterhin soll ein Sammelstallkonzept konzipiert werden, um eine ganzjährige Marktbeschickung, mit gleichbleibend hohen Schlachtkörperqualitäten und ein höheres Tierwohl bei besserer Ausnutzung des regionalen Naturschutzgrünlands sicherzustellen. Darüber hinaus besteht die Motivation, auch gefährdete Rinderrassen in diese WSK ausreichend zu integrieren, um Bestände zu schützen. Weiterhin soll, auch mit Unterstützung eines Grünlandmonitorings, ein Weideinformationssystems für eine bestmögliche Nutzung des (Naturschutz-) Grünlands bei höchstmöglichen Tageszunahmen der Weiderinder entwickelt werden. Schließlich soll auch ein Indikatorenset bedeutender Einflussfaktoren dieser WSK im Südschwarzwald entwickelt werden, um die Übertragbarkeit auf andere geeignete Regionen Deutschlands zu prüfen.

Ergebnisse

Das Grünlandmonitoring wurde umgesetzt, mit dem ein Ausgleich zwischen Landwirtschaft und Naturschutz initiiert sowie Leistungen des regionalen Grünlands geprüft wurden. Das Weideinformationssystem ist noch in der Entwicklung. Mastleistungen unterschiedlicher Rinderrassen auf unterschiedlichem Grünland wurden erfasst. Das Sammelstallkonzept wurde in Abstimmung auf das Einsatzgebiet entwickelt. Dezentrale Lösungen haben sich durch die Integration von Kälbern aus der Biomilchproduktion im Projektgebiet ebenfalls als vorteilhaft gezeigt. Weiterhin wurden verschiedene Kostenrechnungsmethoden geprüft, mit dem Ergebnis, dass Vollkostenrechnungen mit Betriebszweiganalysen bislang das praktikablere Instrument im Vergleich zum alternativ geprüften Target Costing sind. Akzeptanz- und Zahlungsbereitschaftsanalysen bei Verbrauchern konnten umgesetzt werden, um den Leitfaden für eine erfolgreiche Umsetzung der WSK, gemeinsam mit den Praxispartnern, weiterzuentwickeln.

Fast alle Ergebnisse wurden bereits in die Praxis integriert und haben dazu beigetragen, im Projektverlauf die Anzahl der für die Wertschöpfungskette (WSK) produzierten Rinder je Jahr auf ca. 1.400 zu verdoppeln, bei ca. 150 beteiligten Landwirten (Steigerung von ca. 50 % während der Projektlaufzeit). Flächen des (Naturschutz-) Grünlands der Region können damit auf lange Dauer in der Bewirtschaftung gehalten werden. Ein Indikatorenset für die Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf andere Regionen wurde entwickelt.

Verwertung

WSK mit Leitfaden und Sammelstallkonzept, das Indikatorenset sowie Erfahrungen des Ausgleichs von Naturschutz und Landwirtschaft können für andere Regionen nutzbar sein, um Grünland stärker in Wert zu setzen und damit zu erhalten.

Das Weideinformationssystem kann nach Fertigstellung großflächig, über das Projektgebiet hinaus eingesetzt werden.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen zu GiB sind in Planung. Zahlreiche Praxisveröffentlichungen zu GiB sind erfolgt.