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OptiKons

Ziel

Grünlandaufwüchse stellen eine kostengünstige, regionale und nachhaltige Möglichkeit dar, die Versorgung von Wiederkäuern hinsichtlich Energie und Protein zu gewährleisten. Allerdings wird der Stickstoff (N) in Milchviehbetrieben oftmals nicht optimal genutzt, da es während der Konservierung von Grünlandaufwüchsen zu einer Verringerung des Proteinwerts kommt. Im vorliegenden Projekt sollen verschiedene Ansätze untersucht werden, den Proteinwert von Grobfutterkonserven zu verbessern. Hydrolisierbare Tannine (HT) beispielsweise binden Proteine und beeinflussen die mikrobielle Aktivität in Silagen, wodurch der Abbau von Rohprotein (XP) und die Bildung von Nichtprotein-N (NPN) verringert werden kann. Die Projektergebnisse sollen den Mehrwert hochwertiger Grünfutterkonservate verdeutlichen und aufzeigen, wie aus vorhandenen Grobfuttermitteln eine erhöhte Milchleistung generiert werden kann. Gleichzeitig lassen sich durch eine verbesserte N-Nutzungseffizienz Umweltemissionen in Form von Ammoniak oder Nitrat reduzieren und die Abhängigkeit von importierten Eiweißfuttermitteln verringern.

Ergebnisse

Um die Effekte von HT auf die chemische Zusammensetzung von Silagen und das Futterwahlverhalten von Wiederkäuern darzustellen, wurden über zwei Jahre mehrere sortenreine Grünlandaufwüchse (Luzerne, Welsches Weidelgras & Rotklee) mit unterschiedlichen Trockenmasse (TM)-Gehalten (≈ 20 und 35 % TM) und HT-Konzentrationen (0,2 und 4 % der TM) mit jeweils vier Wiederholungen siliert. Nach einer Mindestlagerdauer von 90 Tagen erfolgte eine umfangreiche chemische Analytik sämtlicher Silagevarianten, mit Fokus auf Rohproteinzusammensetzung und Gärsäurecharakteristika. Für die systematische Untersuchung verschiedener Einflussfaktoren auf die Akzeptanz und das Futterwahlverhalten von Wiederkäuern wurden bewährte Präferenzversuche mit Ziegen durchgeführt. Nach 7-tägigen Adaptationsphasen wurden sämtliche paarweisen Kombinationsmöglichkeiten von Silagen in zufälliger Reihenfolge geprüft und die Kurzzeitfutteraufnahme (g TM/180 min) erfasst.

Die Applikation von HT (4 % der TM) führte zu signifikanten Veränderungen innerhalb der Rohproteinfraktionen. Insbesondere in Nasssilagen konnte durch HT-Zulage zwischen 100 bis 150 g/kg XP mehr moderat abbaubares Reinprotein im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle ermittelt werden. Im Gegenzug verringerten sich die NPN-Anteile, wie beispielsweise Ammoniak-N. Des Weiteren wurde festgestellt, dass durch zunehmende Konzentrationen an HT die Bildung von flüchtigen Verbindungen und Gärprodukten verringert wurde.

In den Futterwahlversuchen zeigte sich, dass HT keine negativen Effekte auf die Futterakzeptanz von Anwelksilagen haben. Bei Nasssilagen konnte die Akzeptanz durch Zugabe von HT gesteigert werden.

Tabelle 1: Kurzzeit-Trockenmasseaufnahme (g/180 min) von Luzerne-, Weidelgras- und Rotkleesilage mit verschiedenen Trockenmassegehalten und Tanninkonzentrationen im Wahlversuch mit Ziegen

  g TM/kg LM0,75      

Varianten

Luzerne Weielgras Rotklee Alle Grünfutter
T0lo 7,3e 13,7b 9,2cd 10,1c
T2lo 7,3e 19,0a 8,1d 11,6c
T4lo 9,7d 19,4a 13,7bc 13,7b
T0hi 23,4a 22,6a 14,1ab 19,7a
T2hi 18,7b 22,1a 16,5a 19,2a
T4hi 17,9bc 22,2a 15,9a 18,8a
Heu 16,0c 15,5b 8,3d 13,8b
Ø 14,3 18,9 12,0 15,3

LM0.75 = metabolische Körpergröße; TM = Trockenmasse; Ø = Durchschnitt; T0, T2, T4 = Konzentration von hydrolisierbaren Tanninen in Silagen (0 %, 2 % bzw. 4 % der TM; hi = hoher Anwelkgrad (≈ 35 % TM); lo = niedriger Anwelkgrad (≈ 20 % TM); Heu = Luzerneheu dient in allen Versuchen als einheitliche Kontrolle.

a-e Werte mit unterschiedlichen Buchstaben innerhalb einer Spalte unterscheiden sich signifikant (P < 0,05)

Verwertung

Das Projekt soll ermöglichen, die Fachgebiete Futterkonservierung und Tierernährung intensiver miteinander zu verknüpfen, die Erkenntnisse über wissenschaftliche Publikationen weltweit zu verbreiten und Beratungsempfehlungen zu präzisieren. Lässt sich durch den Einsatz von HT der Protein- und Futterwert von Silagen merklich verbessern, übersteigt der erzielbare Mehrwert die anfallenden Produktkosten, indem der Zukauf teurer Eiweißfuttermittel verringert werden kann. Es sollen außerdem Anreize für zukünftige Produkt-Neuentwicklungen besonders im Bereich der Applikationstechnik geschaffen werden.

Broschüre: Poster OptiKons
Dokumenttyp: PDF Dokumentgröße: 549 KB

Broschüre Beschreibung:

Optimierte Konservierung von Grünlandaufwüchsen als Maßnahme zur Verbesserung der Proteinversorgung von Milchkühen