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PICTA-KILL

PICTA-KILL

Entwicklung neuartiger Formulierungen für verhaltensmanipulierende Strategien zur biologischen Bekämpfung von Cacopsylla picta, dem Überträger der Apfeltriebsucht

Projektkoordinator

Prof. Dr. Anant Patel
Fachhochschule Bielefeld, Bielefeld
anant.patel@fh-bielefeld.de

Verbundpartner

Julius Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI)
BIOCARE Gesellschaft für biologische Schutzmittel mit beschränkter Haftung
Insect Services GmbH

Projektbeschreibung in FISA

Zum Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung (FISA)

Ziel

Die Apfeltriebsucht ist eine der wirtschaftlich bedeutendsten Krankheiten im Kernobstanbau in Europa. Verursacht wird die Krankheit von einem zellwandlosen Bakterium, welches durch den Sommerapfelblattsauger Cacopsylla picta übertragen wird. Eine direkte Bekämpfung der Apfeltriebsucht ist nicht möglich, sodass zum Schutz der Pflanzen der Krankheitsüberträger bekämpft werden muss. Die Vektorbekämpfung gestaltet sich allerdings problematisch, da in Deutschland und der Schweiz weder für den Ökolandbau noch den konventionellen Anbau Pflanzenschutzmittel gegen den Sommerapfelblattsauger zugelassen sind.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung innovativer Formulierungen, die verhaltensmanipulierende Duftstoffe verlangsamt freisetzen und einen entomopathogenen Pilz enthalten. Über dieses System sollen die Apfelblattsauger zur Duftstoffquelle gelockt werden und sich dort über Kontakt mit dem entomopathogenen Pilz infizieren ("Attract-and-Kill-Strategie").

Ergebnisse

In diesem Projekt wurden bereits neuartige Formulierungen (Kapseln, Linsen, Pasten) auf Basis von volatilen Lock- und Schreckstoffen und einer insektenabtötenden Komponente entwickelt.

Für die kontrollierte Freisetzung volatiler Lock- und Schreckstoffe wurde, insbesondere für das in einem Vorgängerprojekt als Attraktant für C. picta identifizierte β-Caryophyllen, eine gänzlich neuartige Formulierung entwickelt (siehe Abbildung 2). Die Ausdauer und Rate der Lockstoff-Freisetzung wurde in Laborversuchen unter statischen und dynamischen Klimabedingungen untersucht und die Wirksamkeit in Olfaktometerversuchen mit dem Zielinsekt überprüft.

Es wurde aus dem Zielinsekt ein bisher unbekannter Pilz isoliert (Pandora sp.), der im Vergleich zu anderen bekannten insektenpathogenen Pilzen das Zielinsekt schneller und spezifischer abtötet. Die Voraussetzung für die Nutzbarmachung dieses Pilzes konnte mit der Etablierung eines Fermentationsprozesses mit Potential zur Massenproduktion geschaffen werden. Die anschließende Formulierung der produzierten Biomasse in einer biologisch abbaubaren Hydrogel-Kapsel überführt den Pilz in eine einfach applizierbare Form. Die Wirksamkeit dieser KILL-Formulierung wurde bereits in Laborversuchen mit C. picta nachgewiesen. Im Zuge des Projektes wurde zudem das Wirtsspektrum des Pilzes untersucht und das Potential des Pilzes zur Bekämpfung auch weiterer nah verwandter Psyllidenarten erkannt (siehe Abbildung 3).

In abschließenden Halbfreilandversuchen in 2020 wird das Attract-and-Kill-Konzept durch die Co-Applikation der neuentwickelten Formulierungen unter anwendungsnahen Bedingungen getestet.

Verwertung

Die im Projekt erzielten Ergebnisse werden in die Fertigung neuer Formulierungen zur Bekämpfung von Cacopsylla picta, dem Überträger der Apfeltriebsucht, einfließen. Da derzeit kein vergleichbares Produkt auf dem Markt angeboten wird, wird mit der Entwicklung des Produkts ein erheblicher Wettbewerbsvorsprung realisiert. Außerdem steht die universelle Verwendbarkeit der Formulierungen für weitere Wirkkomponenten zur Bekämpfungen anderer Zielorganismen in Aussicht. Die gewonnenen Projektergebnisse werden im Transfer die Basis für weitere Projektideen im Bereich des biologischen Pflanzenschutzes und speziell der biologischen Schädlingsbekämpfung bilden.

Broschüre: Präsentation PICTA-KILL
Dokumenttyp: PDF Dokumentgröße: 3 MB

Broschüre Beschreibung:

Development of novel formulations for behavior manipulating strategies for the biological control of Cacopsylla picta, the vector of apple proliferation