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Ziel

Die gezielte und wiederholte Erfassung der Feldsituation (Monitoring) ist ein unverzichtbares Instrument zur Überwachung der Ausbreitung geregelter und ungeregelter Schaderreger. ISIP als Plattform der amtlichen Beratung stellt seit vielen Jahren Werkzeuge zur Eingabe und Anzeige von Monitoringdaten zur Verfügung. Dabei werden verstärkt Smartphones als kostengünstige Technologie zur mobilen Erfassung eingesetzt. ISIP bietet dazu eine betriebssystemübergreifende App an, die einfach an verschiedene Erfassungsszenarien angepasst werden kann. Zusammen mit einem fachspezifischen WebGIS bildet die App das sogenannte Universelle Monitoringwerkzeug (UMW) von ISIP.

Dieses Werkzeug bietet folgende Vorteile: Zum einen erlaubt es die GNSS-Funktionalität des Smartphones, Monitoringstandorte vor Ort zu definieren und wieder aufzufinden, zu nutzen und zum anderen können die in der Folge zu erfassenden Daten mobil eingegeben und bei vorhandener Internetverbindung direkt zu ISIP übertragen werden. Damit wird die Zeit zwischen Erfassung und Veröffentlichung drastisch reduziert.

Ziel des Projekts war die Entwicklung eines Systems zur Identifikation diskreter Boniturobjekte (z.B. Einzelpflanzen, Fallenstandorte) und zur Ansteuerung der Erfassungsapp, des UMW, über Transponder mit Nahfeldkommunikationstechnologie (Near Field Communication, NFC).

Ergebnisse

Zunächst ging es darum zu überprüfen, ob sich NFC-Transponder grundsätzlich im Kontext der pflanzenbaulichen Freilandproduktion einsetzen lassen. Es wurden verschiedene Transpondertypen beschafft und im Feld (a) in einer sonnenexponierten Lage und (b) in einem Weinberg angebracht.

Es zeigte sich, dass das Gehäusematerial für den Einsatz im Freien entscheidend ist: Gehäuse aus ABS, PVC oder Epoxidharz sind robust und wasserfest, andere Materialien, wie z.B. PET, sind dagegen nur bedingt wasserfest. Im Test wurden die Transponder regelmäßig ausgelesen und es wurde festgestellt, dass

  • Witterungseinflüsse wie Schwankungen von Temperatur, Luftfeuchte, hohe Global- und UV-Strahlungensowie Niederschläge
  • Bauform (mit und ohne schützendes Gehäuse)
  • Kulturmaßnahmen u.a. Einsatz von Kupferpräparaten im Pflanzenschutz, die metallische Ablagerungen auf den Transpondern verursachen

keinen Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit der Transponder hatten.

Die Transpondertechnologie konnte dagegen nicht zufriedenstellend in den Workflow des UMW eingebunden werden. Aufgrund der geringen Speicherkapazität sind die Möglichkeiten begrenzt, Informationen oder gar Logik zu hinterlegen. Die derzeitige Version der Erfassungsapp, "Collector for ArcGIS" von Esri Inc., stellt zurzeit noch keine hinreichend komfortable Schnittstelle zur Verfügung, um die auf den Transpondern gespeicherten Daten direkt nutzen zu können. Die notwendige Logik muss auf einem Server implementiert werden, was eine Internetverbindung erforderlich macht.

Das Ein- und Auslesen der Transponder ist zwar auf Smartphones mit Android Betriebssystem und iOS ab Version 11 mit kostenfreien Apps möglich, aber diese sind nicht ohne Anleitung intuitiv nutzbar, was dem gewünschten Gewinn an Vereinfachung zuwiderläuft.

Verwertung

Aufgrund der umständlichen Nutzung und der zwingend notwendigen Onlineverbindung erscheint ein praktischer Einsatz der NFC-Transpondertechnologie derzeit nicht sinnvoll. An der Collector App wird jedoch momentan intensiv gearbeitet: Mit der Technologie "Links zur App" hat Esri Inc. ein neues, leistungsstarkes Format eingeführt, mit dem es nun möglich ist, den Aufruf der Anwendung tag-spezifisch zu steuern. Damit ist ein großer Schritt in Richtung Praxiseinsatz getan. Was die App noch nicht direkt unterstützt, ist das Auslesen von NFC-Transpondern. Dazu ist weiterhin eine zweite App nötig, was die Handhabung des ganzen Systems immer noch sehr umständlich macht. Da Informationen aus QR- und Barcodes bereits ausgewertet werden können, ist davon auszugehen, dass mittelfristig neben der Kamera auch der NFC-Transponder unterstützt wird.