Springe zum Hauptinhalt der Seite

Fachsektionen

SaatMaisPlus

SaatMaisPlus

Entwicklung nicht-chemischer Saatgutbehandlungsverfahren zur Kontrolle samen- und bodenbürtiger Pathogene an Mais

Projektkoordinator

Dr. Tim Birr
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel
t.birr@phytomed.uni-kiel.de

Verbundpartner

Julius Kühn-Institut
Christian-Albrechts-Universität
ABiTEP GmbH
EVONTA-Service GmbH
Deutsche Saatveredelung AG

Projektbeschreibung in FISA

Zum Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung (FISA)

Ziel

Im Rahmen von "SaatMaisPlus" werden neue, nicht-chemische Saatgutbehandlungen mit Wirksamkeit gegen samen- und bodenbürtige Pathogene (Fusarium, Rhizoctonia, Pythium) entwickelt. Im Mittelpunkt stehen die physikalische Saatgutdesinfektion mit niederenergetischen Elektronen und die Saatgutbeizung mit Mikroorganismen (Einzelverfahren und Kombination). Die Verfahren werden im Labor, im Gewächshaus und im Feld getestet (Pflanzenverträglichkeit, wachstumsfördernde Effekte, antagonistisches Potenzial). Ziel ist die Entwicklung einer praktikablen, nachhaltigen ressourcen- und umweltschonenden Saatgutbeizungsstrategie.

Ergebnisse

Zuallererst wurden Mikroorganismen (MO) von Maiswurzeln isoliert und auf ihre Pflanzenverträglichkeit und antagonistische Wirksamkeit gegenüber Fusarium, Rhizoctonia und Pythium untersucht. Für die Beizung mit MOs wurden geeignete Formulierungen entwickelt und optimiert (Staubfreiheit, Abriebfestigkeit, Fließfähigkeit, Überlebensraten der MOs). Die Saatgutdesinfektion mittels Elektronen wurde auf die spezifischen Anforderungen von Mais angepasst (Samenschalendicke, Lage des Embryos, Kornform, Behandlungsintensität).

Versuche mit unterschiedlich stark kontaminierten Saatgutpartien zeigten, dass durch die Elektronenbehandlung der samenbürtige Befall (Fusarium) deutlich reduziert und die Keimfähigkeit nicht negativ beeinflusst wurde. Die selektierten MOs wurden einzeln und in Kombination mit der Elektronenbehandlung in Gewächshausversuchen gegen samen- (Fusarium) und bodenbürtige Pathogene (Fusarium, Rhizoctonia, Pythium) sowie auf wachstumsfördernde Effekte getestet.

Die in den Versuchen selektierten MOs, die eine antagonistische Wirkung gegenüber samen- und bodenbürtigen Erregern oder pflanzenwachstumsfördernde Eigenschaften aufwiesen (u. a. Anzahl aufgelaufener Pflanzen, Wuchshöhe, Trockenmasse, Reduktion Befallsstärke), wurden 2018 und 2019 an verschieden Standorten Norddeutschlands solo und in Kombination mit der Elektronenbehandlung in Feldversuchen getestet. Das Jahr 2018 war durch eine ausgeprägte Dürre gekennzeichnet, was starke Einbußen im Pflanzenwuchs und bei den Erträgen zur Folge hatte.

In 2019 konnte an den meisten Standorten ein unbefriedigender Feldaufgang mit vielen Fehlstellen im Bestand über nahezu alle ausgedrillten Varianten beobachtet werden (Ausnahme chemische Standardbeize). Alles deutet auf eine unzureichende Wirkung der eingesetzten MOs gegenüber bodenbürtigen Pathogenen aufgrund der sehr niedrigen Bodentemperaturen (Kälteeinbruch) während der Keimungs- und Auflaufphase hin.

Es wurden wertvolle Erkenntnisse zur Anwendung von MOs und der Elektronenbehandlung gegenüber pilzlichen Schaderregern gewonnen. Im Freiland zeigten die bisher geprüften MOs nicht den gewünschten Erfolg, jedoch lässt sich anhand der Ergebnisse ableiten, dass mit geeigneten MOs die Widerstandskraft der Pflanzen gestärkt werden kann.

Verwertung

  • ­Erstellung von Veröffentlichungen
  • Etablierung standardisierter Inokulationsmethoden für die Erreger Fusarium, Pythium und Rhizoctonia an anderen relevanten Kulturpflanzen sowie von Testsystemen zur Beurteilung der Wirksamkeit verschiedener Saatgutbehandlungen
  • Gewinnung neuer, auf andere Wirt-Parasit-Systeme übertragbarer Erkenntnisse zur Interaktion zwischen Pathogen und antagonistischen MO sowie Interaktion zwischen Pflanze und antagonistischen MO (Wurzelbesiedlung)
  • Beurteilung des Schädigungspotenzials samenbürtiger und bodenbürtiger Pathogene an Kulturpflanzen unter kontrollierten und Feldbedingungen
  • Überprüfung und Anwendung der erarbeiteten Methoden, MO, Formulierungen, Elektronenbehandlungen und Verfahren an anderen Kulturen
  • Etablierung und Intensivierung langfristiger Kooperationen mit Partnern aus dem Bereich der Saatgutbehandlung und -vermarktung zur Förderung von Innovationen in der nicht-chemischen Saatgutbehandlung für die ökologische und konventionelle Landwirtschaft

Broschüre: Poster SaatMaisPlus
Dokumenttyp: PDF Dokumentgröße: 1 MB

Broschüre Beschreibung:

Entwicklung nicht-chemischer Saatgutbehandlungsverfahren zur Kontrolle samen- und bodenbürtiger Pathogene an Mais