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InRaps

Ziel

Der chemische Pflanzenschutz in der Landwirtschaft wird wegen möglicher Nebenwirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt allgemein kritisch gesehen und es besteht der Wille, dessen Anwendung zu verringern. Im Rahmen des InRaps-Projektes wird das Potenzial biologischer Saatgutbehandlungen für die Kontrolle des Rapserdflohs (Psylliodes chrysocephala L.) und der Kleinen Kohlfliege (Delia radicum L.) im Raps erforscht. Schwerpunkt bildet hierbei die Behandlung von Rapssaatgut mit Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) oder natürlichen Präparaten (z.B. Pflanzenextrakten), um eine Abwehr oder eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Jungpflanzen gegen diese Schädlinge zu bewirken. In Biotests unter kontrollierten Bedingungen werden verschiedene sogenannte umweltfreundliche Saatgutbehandlungen (USB) mit den Schädlingen getestet. Zudem ergeben biochemische Analysen Aufschluss über Änderungen im pflanzlichen Stoffwechsel nach einem Befall bzw. in Wechselwirkung mit der Saatgutbehandlung, um somit Kenntnisse über Mechanismen der Wirt-Insekt Interaktion zu erlangen. Die Anwendbarkeit der umweltfreundlichen Saatgutbehandlung im Feld bildet einen weiteren Schwerpunkt von InRaps. Dies beinhaltet die Optimierung der Verfahrenstechnik zur Saatgutbehandlung und die Überprüfung vielversprechender USB-Kandidaten aus dem Labor im Feld. Die Ergebnisse des InRaps-Projektes sollen Aufschluss über biologische Saatgutbehandlungen als mögliche Alternative gegen Schadinsekten geben.

Ergebnisse

Im Rahmen des InRaps Projektes wurden ca. 30 verschiedene umweltfreundliche Saatgutbehandlungen (USB) in ihrer Wirkung auf den Rapserdfloh und die Kleine Kohlfliege hin untersucht. In Keimfähigkeits- und Triebkrafttest wurde zunächst deren Eignung für die Saatgutbehandlung festgestellt. Im zweiten Schritt wurden aus den mit USB behandelten Samen Pflanzen angezogen und im Labor den Schädlingen ausgesetzt. Sofern die USB zu einer Reduktion des Insektenfraßes geführt hat, wurde sie unter Feldbedingungen getestet. Im Rahmen von fünf Aussaaten verteilt auf vier Standorte innerhalb Europas konnten drei USB identifiziert werden, deren Applikation zu einer verbesserten Widerstandsfähigkeit gegenüber den Schädlingen führte (siehe Abbildung 1). Im Vergleich mit einem synthetischen Insektizid war die Effektivität der USB jedoch niedriger und variabler.

Biochemische Analysen zeigen, welche Metaboliten in Raps nach Befall mit dem Rapserdfloh aktiviert bzw. reprimiert werden und somit an der Abwehrreaktion der Pflanze beteiligt sind. In geringem Umfang wurden auch unterschiedliche Brassica-Arten im Labor auf Toleranz gegen die Schädlinge hin untersucht. Im Ergebnis zeigten einzelne Akzessionen verringerte Fraßschäden, diese Ergebnisse bedürfen aber der Verifizierung. 

Verwertung

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt stellen die drei wirkungsvollsten USB vielversprechende Saatgutbehandlungen für die Praxis da. Durch die Optimierung dieser USB soll auch nach Projektende eine weitere Verbesserung der Schädlingsabwehr erreicht werden. Sofern die Wirkung auf einem schnelleren Wachstum beruht, könnte sich dies insbesondere während der Jugendentwicklung auch positiv auf die Toleranz gegenüber abiotischem Stress (z.B. Trockenheit) oder für die Nährstoffeffizienz auswirken. Somit wird aus wirtschaftlicher Sicht Potenzial gesehen, die erlangten Erkenntnisse aus dem InRaps-Projekt für die Steigerung der Werthaftigkeit von Saatgut zu verwenden. Aus wissenschaftlicher Sicht bieten die erlangten Erkenntnisse zu molekularen Prozessen in der Raps-Erdfloh Interaktion eine gute Grundlage, um gezielt die Funktion von Stoffwechselwegen oder Verbindungen zu untersuchen.

Broschüre: Poster InRaps
Dokumenttyp: PDF Dokumentgröße: 887 KB

Broschüre Beschreibung:

Evaluierung neuartiger biologischer Saatgutbehandlungen gegenüber dem Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala L.) in Raps

Broschüre: Poster InRaps
Dokumenttyp: PDF Dokumentgröße: 538 KB

Broschüre Beschreibung:

Alternative seed coatings against cabbage stem flea beetles (Psylliodes chrysocephala L.) in winter oilseed rape (B. napus L.)