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OPTI-Reg

OPTI-Reg

Entwicklung einer Online Entscheidungshilfe für die Berechnung der notwendigen Aufwandmengen von Wachstumsreglern in Wintergetreide

Projektkoordinator

Prof. Dr. Joachim Kakau
Hochschule Osnabrück, Osnabrück
j.kakau@hs-osnabrueck.de

Verbundpartner

Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz
Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) e.V.

Projekthomepage

http://www.zepp.info/proj/lp/222-entwicklung-einer-online-entscheidungshilfe-fuer-die-berechnung-der-notwendigen-aufwandmengen-von-wachstumsreglern-in-wintergetreide-optireg

Projektbeschreibung in FISA

Zum Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung (FISA)

Ziel

Das Entscheidungshilfesystem (EHS) OPTI-Reg hat zum Ziel, die notwendigen Aufwandmengen von Wachstumsreglern in Wintergetreide in Abhängigkeit von der Sorte und ihrer spezifischen Lagerneigung, der Bestandsdichte, dem Aussaattermin und der Stickstoffversorgung sowie der Witterung zu berechnen. Grundlage für die Entwicklung des EHS sind mehrfaktorielle Freiland- und Halbfreilandversuche an den Standorten Osnabrück und Bad Kreuznach. Sie dienen der Quantifizierung des Einflusses von Bestandsdichte, Stickstoffdüngung, Sorte, Aussaattermin, Aufwandmenge und der Kombination von Wachstumsreglern mit Fungiziden bzw. Herbiziden. Als weitere wichtige Einflussfaktoren werden Standortdaten und Witterungsparameter untersucht. Insbesondere der Witterungseinfluss erfordert eine tagesaktuelle Neuberechnung der einzusetzenden Aufwandmenge. Zur Determinierung der Haupteinflussfaktoren und deren Gewichtung werden Korrelationen zwischen dem Einsatztermin und der Aufwandmenge des Wachstumsreglers mit der Halmlänge, dem Halmdurchmesser, der Halmwandstärke, den Internodienlängen sowie Ertragsdaten untersucht. Zudem werden Erhebungsdaten aus aktuellen Wachstumsreglerversuchen der Pflanzenschutzdienste der Bundesländer sowie Daten der Landessortenversuche herangezogen. 

Ergebnisse

Erste Auswertungen der Freilandversuche zeigen keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf den Ertrag, bedingt durch den Einsatz von Wachstumsregulatoren. Die Pflanzenlänge hingegen zeigte, wie erwartet, signifikante Unterschiede zur Kontrolle, nicht aber zwischen den zwei Anwendungsstufen von Wachstumsregulatoren. Die Halbfreilandversuche 2018 und 2019 weisen signifikante Unterschiede der Pflanzenlänge bei Anwendung von verschiedenen Wachstumsreglern in Kombination mit Fungiziden auf. Auch bei der Kombination mit Herbiziden konnten Unterschiede beobachtet werden.

Bei der Auswertung der Höhenmessungen in den Landessortenversuchen konnten spezifische Sortenreaktionen in der Halmlänge, im Vergleich zu der Kontrolle, durch den Einsatz von Wachstumsreglern beobachtet werden.

Verwertung

Durch Lagerbildung in Getreidebeständen kann es zu erheblichen Ertrags- und Qualitätseinbußen kommen, die durch den Einsatz von Wachstumsregulatoren verhindert werden sollen. Werden die Getreidepflanzen durch zu hohe Aufwandmengen oder einer Behandlung zum falschen Zeitpunkt stark eingekürzt, kann es jedoch ebenfalls zu Ertragsverlusten führen und die Umwelt unnötig belasten. Dies sollte im Hinblick auf den Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) unbedingt vermieden werden. Das EHS OPTI-Reg soll es ermöglichen, die Anwendung von Wachstumsreglern hinsichtlich der Aufwandmenge exakter zu planen und damit Umwelt- und Ressourcen zu schonen. Es stellt somit eine wesentliche Grundlage für den integrierten Pflanzenschutz dar. Weiterhin ist es möglich, die EHS, die zunächst nur für Winterweizen entwickelt wird, auch auf andere Wintergetreidearten zu erweitern.